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Distanz
313.8 km
Anstieg
2493 m
Abwärts
3931 m

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Die Aare-Route ist die nationale Radroute 8 der Schweiz. Sie beginnt in Gletsch, überquert den Grimselpass und folgt dann der Aare, dem größten Fluss der Schweiz, über Thun, Bern, Biel, Solothurn und Aarau bis nach Koblenz, wo die Aare in den Rhein mündet.

Kaum ein Fernradweg wechselt seinen Charakter so stark. Der erste Tag ist eine hochalpine Abfahrt vorbei an Stauseen, Granitgipfeln und der Aareschlucht. Danach folgen Brienzersee und Thunersee unterhalb von Eiger, Mönch und Jungfrau. Ab Thun wird die Route ruhiger und führt durchs Mittelland: Auenwälder, Gemüsefelder, Wasserkraftwerke, gedeckte Holzbrücken und eine Reihe historischer Städte am Fuß des Jura.

Grimselpass, Obergoms VS, Schweiz / Daniel R., unsplash.com
Grimselpass, Obergoms VS, Schweiz / Daniel R., unsplash.com

Aare-Route auf einen Blick

  • Offizielle Etappen: 7, festgelegt von SchweizMobil, von Gletsch nach Koblenz
  • Typische Dauer: 7 Tage im Tempo der offiziellen Etappen
  • Schwierigkeit: insgesamt mittel; die Etappe Nidau–Solothurn gilt als leicht
  • Höhenprofil: eine lange, steile Abfahrt vom Grimselpass, danach überwiegend flach entlang der Aare mit wenigen kurzen Anstiegen
  • Belag: überwiegend Asphalt, mit Naturbelag-Abschnitten, die ab Bern häufiger werden
  • Wegtyp: eine Mischung aus Passstraße mit Kfz-Verkehr, eigenen Radstreifen und autofreien Wegen am Fluss
  • Empfohlene Richtung: flussabwärts, von Gletsch nach Koblenz
  • Familientauglichkeit: als Ganzes nicht geeignet; am besten passen der flache Abschnitt Olten–Aarau und die Etappe Aarau–Koblenz (siehe Familienabschnitt unten)
Grosser Muristalden, Bern, Schweiz / dimitri.photography, unsplash.com
Grosser Muristalden, Bern, Schweiz / dimitri.photography, unsplash.com

Wie ist die Aare-Route beschildert?

Wie alle nationalen Radrouten der Schweiz wurde die Aare-Route von Veloland Schweiz geschaffen. Sie ist mit den roten Schweizer Radwegweisern mit der Nummer 8 markiert. Bei Aarau, an der IBA-Insel, treffen drei nationale Routen aufeinander: die Route 3 (Nord-Süd-Route), die Route 5 (Mittelland-Route) und die Route 8. Achte hier auf die Nummern auf den Wegweisern.

Den GPX-Track der gesamten Aare-Route findest du direkt in VeloPlanner, sodass du ihn vor dem Start auf deinen Fahrradcomputer oder dein Smartphone laden kannst.

In welche Richtung und wann fährst du die Aare-Route?

Die offiziellen Etappen verlaufen flussabwärts, von Gletsch nach Koblenz. In dieser Richtung fallen deutlich weniger Höhenmeter an als umgekehrt, weil die Route hoch in den Alpen beginnt und Richtung Rhein abfällt. Wer flussaufwärts fährt, hat zum Schluss noch den Anstieg zum Grimselpass vor sich.

Das Timing zählt vor allem auf der ersten Etappe. Die Grimselpassstraße ist an sonnigen Wochenenden bei Motorradfahrern beliebt, unter der Woche ist es dort ruhiger. Weitere Bedingungen, die du einplanen solltest:

  • Aareschlucht: für Besucher von April bis Oktober geöffnet
  • Thunersee: oft windig, an Sommernachmittagen können sich schnell Gewitter bilden
  • Solothurn: Nebel hält sich hier länger als anderswo, besonders außerhalb des Sommers
Aare Gorge, Aareschlucht, Meiringen, Switzerland
Aare Gorge, Aareschlucht, Meiringen, Switzerland

Etappen der Aare-Route von Gletsch nach Koblenz

SchweizMobil teilt die Route in sieben offizielle Etappen. Jede endet in einer Stadt mit Bahnhof und Versorgungsmöglichkeiten, sodass du Etappen leicht kürzen oder zusammenlegen kannst.

Gletsch – Meiringen
Von Gletsch steigt die Route zum Grimselpass an der Grenze zwischen den Kantonen Wallis und Bern an und führt kurz vor der Passhöhe am Totensee vorbei. Die Abfahrt geht vorbei am Grimselsee, am Grimsel Hospiz sowie an den Stauseen und Kraftwerken der Kraftwerke Oberhasli und weiter über Handegg, Guttannen und Innertkirchen. Ein kurzer Anstieg führt zur Aareschlucht, bevor die Etappe in Meiringen endet.

Meiringen – Spiez
Ab Meiringen folgt die Route der Aare bis zum Brienzersee und bleibt dort auf dem ruhigen Südufer über Iseltwald. Ab Interlaken geht es am Südufer des Thunersees weiter, meist auf einem breiten Radstreifen neben einer stark befahrenen Straße, über Faulensee nach Spiez.

Spiez – Bern
Auf dieser Etappe verlässt du das Berner Oberland und erreichst das Mittelland. Sie führt am Naturschutzgebiet Augand vorbei und durch das Glütschbachtal nach Thun. Von Thun nach Bern ist die Route flach und folgt einer der naturnahsten Flusslandschaften der Schweiz, mit dem Auenwald der Oberen Belpau. Die Etappe endet über die Rathausbrücke in der Berner Altstadt, wo es etwas holprig wird.

Bern – Nidau
Ein asphaltierter, autofreier Weg durch den Bremgartenwald führt zum Wohlensee. Im Truftgraben wartet ein steiler Anstieg, an dem viele schieben. Danach geht es an den Kraftwerken Mühleberg und der Saanemündung vorbei nach Aarberg, entlang des Aare-Hagneck-Kanals zum Bielersee und weiter bis Nidau direkt neben Biel.

Nidau – Solothurn
Die kürzeste und leichteste Etappe folgt dem Nidau-Büren-Kanal, umrundet beim Naturschutzgebiet Häftli die alte Aare und überquert die Holzbrücke von Büren an der Aare. Anschließend führt sie am Schutzgebiet Witi und an der Storchenkolonie Altreu vorbei nach Solothurn.

Solothurn – Aarau
Nach den Industrievororten von Solothurn führt die Route durch Ackerland nach Wangen an der Aare und Aarwangen, dann durch das Naturschutzgebiet Gunzger Allmend nach Olten. Der Abschnitt von Olten nach Aarau ist flach und führt an mehreren Flusskraftwerken vorbei, darunter Ruppoldingen.

Aarau – Koblenz
Die letzte Etappe folgt meist dem Fluss und ist oft nicht asphaltiert. Sie führt an den Schlössern Biberstein und Wildegg, an Bad Schinznach und am Zusammenfluss unterhalb von Brugg vorbei, dann weiter am Schloss Böttstein und am Klingnauer Stausee entlang nach Koblenz, wo die Aare in den Rhein mündet.

Aarau, Switzerland / Nils Vogt, unsplash.com
Aarau, Switzerland / Nils Vogt, unsplash.com

Sehenswürdigkeiten an der Aare-Route

Die Route verbindet alpine Ingenieurskunst, geschützte Flusslandschaften und einige der am besten erhaltenen Altstädte der Schweiz. Viele Sehenswürdigkeiten liegen direkt an der Strecke.

Natur

  • Aareschlucht: in den Felsriegel des Kirchet eingeschnitten, 1.400 m lang und bis zu 200 m tief; geöffnet von April bis Oktober
  • Reichenbachfall bei Meiringen, wo Sherlock Holmes angeblich in den Tod stürzte
  • Giessbachfälle am Brienzersee, ab dem späten 18. Jahrhundert ein Motiv für Landschaftsmaler
  • Brienzersee: tief und türkis, gefärbt durch feines Gesteinsmehl aus den Gletschern, das die Aare mitführt
  • Naturschutzgebiet Augand an der Kander, ein Auengebiet von nationaler Bedeutung und Laichplatz der Seeforelle
  • Obere Belpau zwischen Münsingen und Bern, ein weiteres Auengebiet von nationaler Bedeutung
  • Wohlensee, ein gestauter Abschnitt der Aare, bekannt für seine Schwäne
  • Naturschutzgebiet Häftli mit einem Turm zur Vogelbeobachtung
  • Altreu mit der größten Weißstorchkolonie der Schweiz, entstanden aus einem 1948 begonnenen Wiederansiedlungsprojekt
  • Gunzger Allmend, ein kantonales Naturschutzgebiet, in das der Biber zurückgekehrt ist
  • Klingnauer Stausee, bei Vogelbeobachtern für seine Artenvielfalt bekannt

Städte und Geschichte

  • Thun: Schloss aus dem 12. Jahrhundert, Altstadt und die Obere Hauptgasse mit ihren Hochtrottoirs
  • Bern: die Schweizer Bundesstadt, deren Altstadt mit ihren Lauben zum UNESCO-Welterbe gehört
  • Aarberg: großer Stadtplatz und eine gedeckte Holzbrücke von 1568
  • Biel: größte zweisprachige Stadt der Schweiz; am Burgplatz stehen das Zeughaus von 1591, ein spätgotisches Rathaus und der Gerechtigkeitsbrunnen von 1714
  • Büren an der Aare: Holzbrücke von 1821
  • Solothurn: Barockstadt, die sich um die Zahl 11 dreht, mit der St.-Ursen-Kathedrale, dem Zeitglockenturm mit astronomischer Uhr und dem Alten Zeughaus
  • Olten: alte gedeckte Holzbrücke und gut erhaltene Altstadt
  • Aarau: barocke Giebelhäuser und ein Kunstmuseum, das 2003 von Herzog & de Meuron erweitert wurde
  • Schloss Wildegg: eine Burg aus dem 12. Jahrhundert, im 17. Jahrhundert zum barocken Wohnsitz umgebaut
  • Schloss Böttstein, dessen Innenhof direkt an der Route liegt

Technik und Wasser

  • Grimsel-Wasserkraftanlagen: die Kraftwerke Oberhasli haben seit 1925 neun Kraftwerke gebaut
  • Gelmerbahn bei Handegg: mit bis zu 106 % Steigung die steilste offene Standseilbahn Europas
  • Schwarzbrunnenbrücke, eine 1892–1893 gebaute Granitbrücke, und das Kristallmuseum in Guttannen
  • Mühleberg: ein 1917–1920 gebautes Wasserkraftwerk und ein inzwischen endgültig stillgelegtes Kernkraftwerk
  • Aare-Hagneck-Kanal, ein zentraler Teil der Juragewässerkorrektion, der die Aare bei Hagneck in den Bielersee leitet
  • Zusammenfluss bei Brugg: knapp unterhalb von Brugg münden Reuss und Limmat in die Aare; das Gebiet ist als „Wasserschloss der Schweiz“ bekannt
  • Koblenz, wo die Aare in den Rhein mündet

Ist die Aare-Route für Familien geeignet?

Die Aare-Route ist als Ganzes nicht familienfreundlich. Die erste Etappe nutzt die Grimselpassstraße mit Kfz-Verkehr, am Wochenende auch mit vielen Motorrädern, und enthält eine steile Abfahrt. Am Thunersee verläuft der Radstreifen nur wenige Meter neben schnellem Verkehr. Im Truftgraben zwischen Bern und Aarberg ist der Anstieg so steil, dass viele Erwachsene schieben.

Die untere Aare passt besser. SchweizMobil bezeichnet den flachen Abschnitt von Olten nach Aarau und die Etappe Aarau–Koblenz als familienfreundlich. Zum Autoverkehr auf diesen Abschnitten gibt es keine detaillierten Angaben, und die Etappe Aarau–Koblenz ist oft nicht asphaltiert, was für Anhänger und kleine Räder eine Rolle spielt. Der Weg durch den Bremgartenwald bei Bern ist asphaltiert und für Autos gesperrt.

Praktische Hinweise

Der Grimselpass ist der einzige hochalpine Abschnitt, prüfe also vor der ersten Etappe Wetter und Verkehr. Ab Thun ist die Route weitgehend flach, doch flussabwärts nehmen die Abschnitte mit Naturbelag zu. Mit schottertauglichen Reifen fährst du die unteren Etappen komfortabler.

  • Anstiege auslassen: Einzelne Abschnitte kannst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen und dein Rad verladen (Veloverlad), das spart Höhenmeter
  • Gepäcktransport: Die Route lässt sich über SchweizMobil als Paket mit Gepäcktransport buchen
  • Kurze Abstecher: Die Saanemündung liegt etwa 10 Gehminuten vom Saanesteg entfernt; den Aussichtspunkt im Schutzgebiet Mülau – Radelfingenau erreichst du über Metallstufen, die etwas Vorsicht erfordern
  • Baden: das Schwäbisbad in Thun, das Marzilibad in Bern und das Wehr Grien im Aareschachen bei Aarau
  • Schlechtwetter-Alternative: das Thermalbad in Bad Schinznach, gespeist von der stärksten Schwefelquelle der Schweiz
  • Regionale Produkte: Höfe am Wohlensee verkaufen direkt ab Hof

Tipps zum Schluss

Starte die Grimsel-Abfahrt früh an einem Wochentag und plane genug Zeit für die Aareschlucht ein. Thun, Bern und Solothurn liegen direkt an der Route und lohnen einen Halt, der länger dauert als eine Kaffeepause.

Die sieben offiziellen Etappen sind ein Ausgangspunkt, keine Vorgabe. Öffne die Aare-Route im VeloPlanner-Planer und teile sie in Tagesetappen, die zu deinem Tempo passen, ob du nur die flache untere Aare fahren willst oder die gesamte Strecke vom Gletscher bis zum Rhein.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Anstiege auf der Aare-Route umgehen?

Ja. Auf einzelnen Abschnitten kannst du dein Rad in öffentliche Verkehrsmittel verladen (Veloverlad) und so Höhenmeter sparen.

Wie ist die Aare-Route beschildert?

Die Aare-Route ist die nationale Radroute 8 der Schweiz und mit den roten Schweizer Radwegweisern mit der Nummer 8 markiert. Bei Aarau treffen die Routen 3, 5 und 8 aufeinander, achte an Kreuzungen also auf die Routennummer.

Ist die Aare-Route für Kinder geeignet?

Nicht als Ganzes. Die Etappe über den Grimselpass verläuft auf einer Straße mit Kfz-Verkehr und steiler Abfahrt, am Thunersee führt die Route neben schnellem Verkehr entlang, und im Truftgraben bei Bern gibt es einen steilen Anstieg. SchweizMobil bezeichnet den flachen Abschnitt Olten–Aarau und die Etappe Aarau–Koblenz als familienfreundlich, wobei die Etappe Aarau–Koblenz oft nicht asphaltiert ist.

In welche Richtung sollte ich die Aare-Route fahren?

Fahr flussabwärts, von Gletsch nach Koblenz. Die offiziellen Etappen verlaufen in diese Richtung, und es fallen deutlich weniger Höhenmeter an als umgekehrt.

Wie viele Tage braucht man für die Aare-Route mit dem Fahrrad?

SchweizMobil teilt die Aare-Route in 7 offizielle Etappen, eine typische Tour dauert also 7 Tage. Jede Etappe endet in einer Stadt, sodass du Tage leicht kürzen oder zusammenlegen kannst.

Wo beginnt und endet die Aare-Route?

Die Aare-Route beginnt in Gletsch, überquert den Grimselpass und folgt der Aare über Thun, Bern, Biel, Solothurn und Aarau. Sie endet in Koblenz, wo die Aare in den Rhein mündet.

Plane, zeichne auf und navigiere unterwegs

Alle Radrouten und Sehenswürdigkeiten immer dabei — mit der kostenlosen VeloPlanner App.

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