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Der Rheinradweg in Deutschland, offiziell als D-Route 8 (D8) ausgewiesen, bildet den zentralen und längsten Abschnitt von EuroVelo 15, der kontinentalen Radroute, die dem Rhein von seiner Schweizer Alpenquelle bis zur Nordsee folgt. Der deutsche Abschnitt verläuft von Basel an der Schweizer Grenze durch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen, bevor er bei Emmerich in die Niederlande übergeht. Er ist Deutschlands beliebtester Fernradweg und das Rückgrat des nationalen D-Routen-Netzes.
Was den deutschen Rhein besonders auszeichnet, ist die schiere Dichte an Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Du radelst vorbei an den von Weinbergen gesäumten Hängen Badens und Rheinhessens, an den Kaiserdomen von Speyer und Worms, den mittelalterlichen Burgen des Mittelrheins und dem industriellen Herzland des Ruhrgebiets rund um Düsseldorf und Duisburg. Wenige Routen in Europa vereinen so viele UNESCO-Stätten, historische Städte und Weinregionen auf einer einzigen Flussreise.
Die Beschilderung entlang des deutschen Rheinradwegs ist insgesamt hervorragend und einheitlich. Von Basel nördlich bis Mainz trägt der Weg das Logo der D-Route 8 zusammen mit dem regionalen Veloroute-Rhein-Wegweiser. Nördlich von Mainz übernimmt die eigene Rheinradweg-Plakette, und in Nordrhein-Westfalen ist der Weg auch unter dem regionalen Namen Erlebnisweg Rheinschiene bekannt.
Navigationsschwierigkeiten gibt es kaum, doch einige Stellen verdienen Beachtung. Der Abschnitt zwischen Rüdesheim und Kestert auf der rechten Rheinseite ist nur teilweise ausgebaut, und Radfahrenden wird häufig empfohlen, diese Strecke per Schiff, Bahn oder Fähre zu überbrücken, statt auf der vielbefahrenen Bundesstraße B42 zu fahren. Die Beschilderung in die Innenstadt von Wiesbaden ist vom Radweg aus unvollständig, weshalb die S-Bahn ab Mainz-Kastel eine praktische Alternative bietet. Zahlreiche Brücken und Fähren zwischen Bingen und Koblenz erlauben außerdem einen flexiblen Seitenwechsel, was zum Reiz des Mittelrheins gehört.
Die meisten Radfahrenden befahren den deutschen Rheinradweg von Süd nach Nord, also flussabwärts. Das Gefälle ist sanft, aber spürbar, sodass die Fahrt in nördliche Richtung deutlich entspannter ist als umgekehrt. Reiseführer und Veranstalter planen ihre Touren aus diesem Grund fast immer von Basel zur niederländischen Grenze.
Am besten lässt sich die Strecke in der wärmeren Jahreshälfte erkunden, wenn die Fähren in Betrieb sind und die Unterkünfte vollständig geöffnet sind. Empfohlene Zeiträume sind:
Sommergewitter können das Rheintal durchziehen, besonders im Mittelrheintal, weshalb Regenkleidung und Sonnenschutz die ganze Saison über sinnvolle Begleiter sind.
Der deutsche Rheinradweg gliedert sich natürlich in vier deutlich unterschiedliche Abschnitte, jeder mit eigenem Charakter.
Von Basel nach Karlsruhe durch die badischen Weinberge: Nach dem Start in Basel verläuft die Strecke entlang der Oberrheinebene auf der rechten, deutschen Rheinseite durch die Weindörfer Badens und das Vorland des Schwarzwalds. Das Gelände ist flach und der Weg gut ausgebaut, mit möglichen Abstechern in das vulkanische Weinanbaugebiet Kaiserstuhl.
Von Karlsruhe nach Mainz an den Kaiserdomen vorbei: Diese Etappe führt vorbei am barocken Schloss Karlsruhe, an den romanischen Kaiserdomen von Speyer und Worms und weiter nach Mainz, der Hauptstadt der Weinregion Rheinhessen. Die Fahrt ist gemächlich und eignet sich bestens für eine geruhsame Tour.
Von Mainz nach Köln durch den Romantischen Rhein: Dieser Abschnitt gilt weithin als Höhepunkt der gesamten Strecke. Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz ist UNESCO-Welterbe und besticht mit über fünfzig Burgen und Ruinen, dem legendären Loreley-Felsen bei St. Goarshausen sowie historischen Städten wie Bacharach, Oberwesel und Boppard. Hinter Koblenz mit dem Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet, geht es weiter durch Bonn und schließlich nach Köln mit seinem weltberühmten gotischen Dom.
Von Köln zur niederländischen Grenze durch das industrielle Herz Europas: Nach Köln führt die Strecke durch Düsseldorf und Duisburg, wo Europas größter Binnenhafen und der Landschaftspark Duisburg-Nord (ein ehemaliges Stahlwerk, heute Kulturpark) das industrielle Erbe der Region zeigen. Nördlich von Duisburg flacht die Landschaft zum Niederrhein hin ab und nähert sich sanft der niederländischen Grenze bei Emmerich.
Wenige europäische Radwege bündeln so viele kulturelle und landschaftliche Höhepunkte auf einer einzigen Reise. Der deutsche Rheinradweg allein passiert mehrere UNESCO-Welterbestätten sowie Dutzende großer Städte und historischer Wahrzeichen.
Historisches und Kulturelles:
Natur und Landschaft:
Industriekultur:
Der deutsche Rheinradweg führt durch einige der renommiertesten Weinregionen Europas, und Essen und Trinken sind fester Bestandteil des Erlebnisses. Von badischen Straußwirtschaften und rheinhessischen Weinbergen bis zu rheinischen Brauhäusern in Köln und Düsseldorf bietet die Strecke ein durchgehendes Spektrum regionaler Spezialitäten.
Die Genussradtour am Kaiserstuhl und die Weinpräsentation am Roten Hang sind zwei Beispiele für radlerfreundliche Veranstaltungen, die Radfahren und regionale Verkostung verbinden.
Die Übernachtungsmöglichkeiten entlang des deutschen Rheinradwegs sind zahlreich, vielfältig und gut auf Radfahrende abgestimmt. Das deutsche Zertifizierungssystem erleichtert es, in jedem Abschnitt fahrradfreundliche Unterkünfte zu finden.
Der Rheinkorridor zählt zu den am besten erschlossenen Verkehrsachsen Europas. Basel, der südliche Ausgangspunkt des deutschen Abschnitts, verfügt sowohl über einen internationalen Flughafen als auch über bedeutende Bahnverbindungen. Weiter nördlich liegen auch die Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf auf oder nahe der Route, mit häufigen ICE-Verbindungen zu zahlreichen Punkten entlang des Rheins.
Die Rückreise vom nördlichen Ende des deutschen Abschnitts ist unkompliziert. Vom Niederrhein gelangt man mit dem Zug zügig nach Düsseldorf, Köln und ins weitere europäische Schienennetz. Auf der gesamten Strecke ermöglichen häufige Bahnhöfe und fahrradfreundliche Regionalzüge, die Tour zu verkürzen, schwierige Abschnitte zu überspringen oder zum Ausgangspunkt zurückzukehren, ohne mit dem Rad denselben Weg zurückfahren zu müssen.
Trotz seiner insgesamt guten Zugänglichkeit gibt es auf dem deutschen Rheinradweg einige praktische Punkte, die du in deine Planung einbeziehen solltest. Der rechtsrheinische Abschnitt zwischen Rüdesheim und Kestert verfügt über keinen vollständig ausgebauten Radweg und verläuft entlang einer vielbefahrenen Bundesstraße, weshalb die meisten Radfahrenden diese Strecke per Schiff, Bahn oder Fähre überbrücken. Zahlreiche Brücken und Fähren entlang des Mittelrheins erlauben einen flexiblen Seitenwechsel, was einer der Reize beim Radfahren in dieser Region ist.
Wichtige Serviceangebote entlang der Strecke:
Das Wetter am Fluss ist meist mild, aber wechselhaft. Sommertage können in der Oberrheinebene heiß und schwül werden, während es im Mittelrheintal windiger sein kann als erwartet. Regenkleidung, Sonnenschutz und ein zuverlässiges Reparaturset sind ganzjährig sinnvolle Begleiter.
Die größte Stärke des deutschen Rheinradwegs ist seine Flexibilität. Nur wenige Radfahrende bewältigen die gesamte Strecke in einem Stück, und das ist auch gar nicht nötig. Wähle den Abschnitt, der zu deiner Erfahrung und deiner Zeit passt: Familien und Anfänger fühlen sich auf dem flachen Niederrhein oder in der sanften Oberrheinebene wohl, während erfahrene Tourenradler im Mittelrheintal einen der lohnendsten Streckenabschnitte Europas finden. Die dichten Bahnverbindungen, Fährquerungen und die fahrradfreundlichen Unterkünfte machen es einfach, ein Wochenendabenteuer oder eine mehrwöchige Expedition zu planen.
Als D-Route 8 bildet der deutsche Rhein das zentrale Rückgrat von EuroVelo 15, mit der Schweizer Alpenquelle stromaufwärts und dem niederländischen Delta sowie der Nordsee stromabwärts. Wer Basel oder die niederländische Grenze erreicht, kann nahtlos in beide Richtungen weiterfahren und aus einer deutschen Tour eine internationale machen. Welchen Abschnitt du auch wählst, der Rhein selbst bleibt dein ständiger Begleiter, und das allein ist Grund genug, den deutschen Rheinradweg weit oben auf jede europäische Radreiseliste zu setzen.
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