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Der Berliner Mauerweg ist eine Rad- und Wanderroute in Berlin und Brandenburg, die weitgehend dem früheren Verlauf der Berliner Mauer um West-Berlin folgt. Er ist ein Rundweg, du kannst also an jeder Stelle einsteigen. Auf dem größten Teil der Strecke verläuft er auf dem ehemaligen Postenweg der DDR-Grenztruppen oder auf dem Zollweg, der auf West-Berliner Seite entlang der Grenze zum Umland führte.
Die Route verbindet zwei sehr unterschiedliche Teile. In der Innenstadt nutzt sie Stadtstraßen und führt am Checkpoint Charlie, an der East Side Gallery, an der Gedenkstätte Berliner Mauer und am Brandenburger Tor vorbei. Am Stadtrand quert sie den ehemaligen Grenzstreifen, der auf vielen Abschnitten bewaldet und auf Brandenburger Seite kaum bebaut ist. Stelen und Infotafeln entlang des gesamten Weges erinnern an die Todesopfer an der Mauer und an Ereignisse an der Grenze.
Der Berliner Mauerweg ist durchgehend ausgeschildert. Auf den Schildern steht „Berliner Mauerweg“. An verschiedenen Stellen zeigen Orientierungs- und Infotafeln den Verlauf und erklären, was an diesem Ort geschah. Wo die innerstädtische Grenze über Straßen verlief, markiert eine doppelte Pflastersteinreihe im Straßenbelag den früheren Grenzverlauf. Vereinzelt kann ein Schild fehlen.
Am meisten aufpassen musst du dort, wo der Weg den historischen Grenzverlauf verlässt: an den gesperrten Uferabschnitten am Griebnitzsee und am Groß Glienicker See, bei Schönefeld und an der Dresdner Bahn bei Lichtenrade. Details findest du weiter unten in den praktischen Hinweisen. Den GPX-Track des Berliner Mauerwegs kannst du direkt in VeloPlanner herunterladen.
Als Rundweg hat der Berliner Mauerweg keinen festen Start- oder Endpunkt. Die Beschreibung in diesem Guide verläuft im Uhrzeigersinn ab Potsdamer Platz. Nach Jahreszeit:
Feste Etappen für Radfahrende gibt es nicht. Die Route lässt sich ganz natürlich in vier Teile gliedern, die hier im Uhrzeigersinn ab Potsdamer Platz beschrieben sind.
Potsdamer Platz – Schönefeld
Vom Potsdamer Platz aus nutzt der Weg überwiegend Stadtstraßen und führt an der Topographie des Terrors, am Checkpoint Charlie, am ehemaligen Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße und am Engelbecken vorbei. Ab der Schillingbrücke nahe dem Ostbahnhof folgt er dem Nordufer der Spree entlang der East Side Gallery und wechselt an der Oberbaumbrücke nach Kreuzberg. Am Schlesischen Busch in Treptow steht ein erhaltener Wachturm der Grenzanlagen. Etwa auf Höhe des S-Bahnhofs Plänterwald verlässt die Route die Kiefholzstraße und folgt einem gut ausgebauten Radweg durch den Grünzug am Heidekampgraben. Danach verläuft sie am Britzer Verbindungskanal und am Teltowkanal, parallel zur Autobahn A 113 bis Adlershof, und führt weiter zwischen Rudow und Altglienicke.
Schönefeld – Glienicker Brücke
Zwischen dem Dörferblick und Lichtenrade folgt der Weg einer tiefen Einbuchtung der Grenze nach Norden rund um das Dorf Großziethen. Von Lichtenrade über Marienfelde nach Lichterfelde und Teltow verläuft er meist im Grenzstreifen, der teilweise waldartig zugewachsen ist. Die Berliner Seite ist hier bis an die Stadtgrenze bebaut, während auf Brandenburger Seite viele Abschnitte fast ohne Bebauung sind. Die Route passiert das ehemalige Dorf Osdorf und die Kirschbaumallee am Japaneck. Über Teltow, den Süden von Zehlendorf und Kleinmachnow erreicht sie den Königsweg, der ein längeres Stück durch Wald führt. Hinter Kohlhasenbrück geht es am Bahnhof Griebnitzsee vorbei nach Potsdam, in Klein Glienicke über den Teltowkanal und weiter zur Glienicker Brücke.
Glienicker Brücke – Frohnau
Bis zur Fähre Wannsee–Kladow, der nächsten Möglichkeit, die Havel zu queren, verläuft der Weg auf Berliner Gebiet am Wannsee entlang, vorbei an Pfaueninsel und Nikolskoe. Von Kladow führt er zur Grenze bei Potsdam und zum Groß Glienicker See im früher geteilten Dorf Groß Glienicke. Zwischen dem Alten und dem Neuen Hahneberg erreicht er Staaken und folgt dann meist dem Zollweg bis Eiskeller. An der Bürgerablage trifft die Route auf die Havel und folgt ihr über Nieder Neuendorf nach Hennigsdorf, wo sie den Fluss quert. Hinter Stolpe-Süd geht es auf dem Postenweg nach Osten über die ehemalige Transitautobahn nach Hamburg. Nahe der Invalidensiedlung, an der Grenze zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf, liegt der nördlichste Punkt des Berliner Mauerwegs.
Frohnau – Potsdamer Platz
Zwischen Frohnau und Glienicke/Nordbahn führt der Postenweg nach Süden, am Entenschnabel wechselt die Route auf Berliner Gebiet. Ab Schildow verläuft sie auf dem ehemaligen Postenweg durch die naturnahe Landschaft des Tegeler Fließes und folgt dann der Heidekrautbahn nach Wilhelmsruh. In Rosenthal, an der Grenze zum Märkischen Viertel, ist ein Stück des West-Berliner Zollwegs im Originalzustand erhalten. Ab Wittenau folgt der Weg der Berliner Nordbahn, vorbei am S-Bahnhof Wollankstraße bis zum ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße. Durch den Mauerpark und entlang der Bernauer Straße erreicht er den Nordbahnhof, dann verläuft er am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal über den Invalidenfriedhof und am historischen Campus der Charité vorbei. An der Luisenstraße quert die Route die Spree und kehrt über das Reichstagsgebäude, das Brandenburger Tor und das Denkmal für die ermordeten Juden Europas zum Potsdamer Platz zurück.
Der Berliner Mauerweg führt an den bekanntesten Erinnerungsorten der Berliner Mauer vorbei. Hinzu kommen Relikte der Grenzanlagen am Stadtrand und mehrere Orte, die erst nach 1990 entstanden sind.
Ab dem 13. August 1961 befestigte die DDR die Grenze zu West-Berlin mit der Berliner Mauer. Auf den meisten Abschnitten gehörte dazu ein Postenweg, auf dem die Grenztruppen ihre Kontrollfahrten machten. Nach der Grenzöffnung am 9. November 1989 wurden die Sperranlagen fast auf ganzer Länge abgebaut, während der Postenweg zunächst fast überall zugänglich blieb.
Schon 1990 markierten Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) die Strecke mit aufgemalten Fahrrad- und Fußgänger-Piktogrammen. 1991 schlug der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen durchgehenden Wander- und Radweg rund um die Stadt vor. In den Jahren danach wurden Teile des Mauerstreifens bebaut, und der Postenweg wurde an mehreren Stellen unterbrochen. 2001 beschloss das Abgeordnetenhaus von Berlin auf Initiative von Michael Cramer, die Route auszuschildern und für den Radverkehr auszubauen. Die Arbeiten liefen von 2002 bis 2006. Für Strecken, die nicht mehr existierten, entstanden Ersatzführungen.
Wenn du die Runde auf mehrere Tage verteilst, findest du Unterkünfte unter anderem in Berlin-Mitte, Teltow und Wannsee. In den ruhigeren Randlagen lohnt es sich, früh zu buchen. Praktisch ist eine Unterkunft in Bahnhofsnähe, weil du so jede Tagesetappe flexibel beginnen und beenden kannst.
Weil der Berliner Mauerweg ein Rundweg ist, startest du dort, wo es dir am besten passt. Bahnhöfe direkt an der Route oder in ihrer Nähe sind unter anderem Potsdamer Platz, Nordbahnhof, Wollankstraße, Ostbahnhof, Plänterwald, Griebnitzsee und Hennigsdorf. Weitere gängige Einstiegspunkte sind Hermsdorf, Warschauer Straße, Schöneweide, Schönefeld, Lichtenrade, Lichterfelde Süd, Wannsee, Staaken und Hohen Neuendorf.
Die 14 Abschnitte der Senatsverwaltung beginnen und enden in der Nähe von Bahnhöfen oder U-Bahnhöfen. So kannst du eine Tagestour fast überall abkürzen und mit der S-Bahn oder U-Bahn zurückfahren.
An mehreren Stellen weicht der Berliner Mauerweg vom historischen Grenzverlauf ab oder ist nicht vollständig ausgebaut. Ende der 2010er-Jahre galten mehrere Abschnitte als sanierungsbedürftig. Im Januar 2019 beschloss der Berliner Senat, den Weg als Ganzes zu sanieren und zu pflegen. Rechne auf älteren Strecken mit abgenutztem Belag.
Die Versorgung unterscheidet sich stark zwischen Zentrum und Stadtrand:
Den Berliner Mauerweg nutzen auch Spaziergänger und Jogger, fahr also rücksichtsvoll. Das gilt besonders an den Gedenkorten. Respektiere Privatgrundstücke entlang des Weges.
Plane mehr Zeit ein, als die reine Fahrstrecke vermuten lässt. Infotafeln mit historischen Fotos und Erläuterungen stehen entlang der gesamten Route, und gerade die unscheinbaren Orte am Stadtrand haben viel zu erzählen: ein Stück Postenweg im Wald, ein Wachturm an der Havel, eine Stele an einer Kanalbrücke. Nimm für die äußeren Abschnitte genug Wasser und Verpflegung mit.
Wenn du den Berliner Mauerweg auf mehrere Tage oder Wochenenden verteilen willst, öffne die Route im VeloPlanner-Planer und teile sie in eigene Etappen in deinem Tempo ein, am besten mit einem Bahnhof als Tagesziel. Wenn du weiterfahren willst, schließt der Weg direkt an den Europaradweg R1, den Radfernweg Berlin–Kopenhagen, den Radfernweg Berlin–Usedom, den Havelradweg, den Spreeradweg und den Radfernweg Berlin–Leipzig an.
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