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Die D-Route 3, auch Europaroute genannt, durchquert Deutschland von West nach Ost: von Vreden-Zwillbrock an der niederländischen Grenze bis Küstrin-Kietz an der polnischen Grenze, durch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Sie ist der deutsche Abschnitt des EuroVelo 2, der Hauptstadtroute von Galway nach Moskau, und zugleich Teil des Europaradwegs R1. Wer aus den Niederlanden anreist oder weiter nach Polen fährt, bleibt also durchgehend auf demselben ausgeschilderten Korridor.
Die Route verbindet auffallend unterschiedliche Landschaften: die parkartige Kulturlandschaft des Münsterlands, die bewaldeten Höhenzüge des Teutoburger Waldes und des Weserberglands, den Nordrand des Harzes, die offenen Ebenen der Magdeburger Börde, die Elbe mit dem Biosphärenreservat Mittelelbe, die kieferbestandenen Hügel des Fläming und schließlich Potsdam, Berlin, die Märkische Schweiz und das stille Oderbruch. Unterwegs berührt sie 21 Landkreise und rund 100 Städte und Gemeinden, mehrere davon mit UNESCO-Welterbestätten.
Ihre Beliebtheit verdankt die D-Route 3 nicht zuletzt der klaren, durchgängigen Beschilderung entlang des gesamten Korridors, die die tägliche Navigation auch für Einsteiger im Langstreckenfahren unkompliziert macht. Da derselbe Korridor gleichzeitig als EuroVelo 2 und Europaradweg R1 ausgewiesen ist, begegnen dir auf den Schildern mitunter mehrere Routenlogos; hier folgen sie alle derselben Linie.
Den GPX-Track der Gesamtroute findest du direkt in VeloPlanner. So kannst du vom ersten Kilometer an mit Navigation fahren und die Linie überall dort anpassen, wo du einen Abstecher planst.
Der Routenbetreiber unterteilt die D-Route 3 in sechs thematische Abschnitte, die sogenannten „Kulturgeschichten“. Jede fasst mehrere aufeinanderfolgende Etappen unter einem Thema zusammen und lässt sich als Tour von 2 bis 3 Tagen fahren. Damit sind sie eine praktische Möglichkeit, die Route kapitelweise zu erkunden, wenn du sie nicht am Stück fahren kannst.
Zwillbrocker Venn – Münster: Schlösser und Landpartien. Durch die Parklandschaft des Münsterlands, mit Fokus auf den historischen Burgen und Herrenhäusern der Region, darunter die Wasserburg Hülshoff in Havixbeck, Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff.
Münster – Detmold: historische Städte. Dieser Abschnitt reiht gut erhaltene Altstadtkerne aneinander, darunter Münster, Telgte, Warendorf, Rietberg und Rheda-Wiedenbrück.
Detmold – Goslar: Deutschlands kulturelle Mitte. Entlang der Höhenzüge des Teutoburger Waldes und durch das Lipperland, die Gegend rund um das Hermannsdenkmal und die römisch-germanischen Schlachten.
Goslar – Dessau-Wörlitz: Parks und Gärten. Mehr als 15 Landschaftsparks des Netzwerks „Gartenträume“ liegen an oder nahe diesem Abschnitt, dazu zahlreiche weitere Gärten.
Dessau – Potsdam: UNESCO-Welterbe. Die Luthergedenkstätten in Wittenberg, die Bauhausbauten in Dessau und das Gartenreich Dessau-Wörlitz bilden hier ein Welterbe-Dreieck, eingerahmt vom Biosphärenreservat Mittelelbe.
Potsdam – Küstrin: Metropole und Landidylle. Mitten durch Berlin, danach ostwärts durch die Märkische Schweiz und die Niederung des Oderbruchs bis zur polnischen Grenze bei Küstrin-Kietz.
Kaum eine deutsche Fernradroute versammelt eine solche Dichte an Kulturerbestätten. Die wichtigsten Stationen von West nach Ost:
Die Route wurde bewusst so geplant, dass auch ungeübte Radfahrer und Familien sie meistern können, und verläuft überwiegend auf naturnahen Wegen mit wenig Autoverkehr. Zwei Punkte gehören trotzdem in jede Familienplanung. Erstens: In Städten und rund um stark besuchte Sehenswürdigkeiten nimmt der Verkehr zu, die Ortsdurchfahrten verlangen also mehr Aufmerksamkeit als das offene Land. Zweitens: Der Harzabschnitt zwischen Langelsheim und Ermsleben enthält mehrere kräftige Anstiege, das härteste Stück der gesamten Route. Familien mit kleinen Kindern wählen ihren Abschnitt besser anderswo, etwa im flachen Münsterland oder an der Elbe.
Die sechs Kulturgeschichten sind ein hilfreicher Rahmen, aber nichts zwingt dich, ihnen zu folgen: Öffne die Gesamtroute in VeloPlanner und teile sie nach deinem eigenen Tempo ein, kürze sie auf einen Wochenendabschnitt oder ergänze Abstecher zu Sehenswürdigkeiten, die dich reizen. Wenn du einen leichteren Einstieg ins Langstreckenfahren suchst, bieten sich die flacheren Abschnitte im Westen und Osten an. Und egal, für welches Kapitel du dich entscheidest: Du fährst auf einem Korridor, der West- und Osteuropa auf einer durchgehenden Linie verbindet.
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