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Der Stettiner Haff-Rundweg (polnisch: Wokół Zalewu Szczecińskiego) ist ein grenzüberschreitender Rundkurs durch zwei Länder: auf der östlichen, polnischen Seite über Stettin (Szczecin), Stepnica, Wollin (Wolin), Misdroy (Międzyzdroje) und Swinemünde (Świnoujście), auf der westlichen, deutschen Seite über Anklam, Ueckermünde und Altwarp. Der östliche Teil der Route deckt sich vollständig mit dem Verlauf des Blue Velo, und viele Abschnitte führen mit direktem Blick auf den Dammschen See (Jezioro Dąbie) und das Haff selbst.
Die Runde ist etwas für alle, die gern am Wasser unterwegs sind. Sie verbindet Hochwasserdeiche und Uferwege mit lokalen Asphaltstraßen und Waldwegen; unterwegs passierst du Marinas, Strände, die Buchenwälder des Nationalparks Wolin und die Vogelparadiese, für die das Haff bekannt ist: das Reservat Czarnocin, den Anklamer Stadtbruch oder das Untere Peenetal. Dazu kommt die historische Ebene, von der Slawen- und Wikingersiedlung bei Wollin bis zu den preußischen Forts von Swinemünde.
Die Beschilderung ist uneinheitlich und unterscheidet sich beiderseits der Grenze. Auf deutscher Seite ist die Route gepflegter und klarer ausgeschildert, verläuft aber über lange Abschnitte gemeinsam mit dem Oder-Neiße-Radweg (D-12); eigene Schilder des Stettiner Haff-Rundwegs tauchen nur sporadisch auf. Auf polnischer Seite gibt es schwächer markierte Abschnitte und Umleitungen über lokale Straßen; in Swinemünde fehlen Schilder ganz, und die Beschilderung in Stettin ist, Stand 2026, erst in Planung.
Deshalb ist der GPX-Track auf dieser Route Grundlage, kein Extra. Die Datei lädst du direkt von der Routenseite in VeloPlanner herunter; unterwegs hältst du dich besser an Karte und geplante Abschnitte, statt dich allein auf die Schilder zu verlassen.
Die Fahrtrichtung ändert nichts an der Schwierigkeit; die Wahl hängt also von der Anreiselogistik ab und davon, welchen Teil der Runde du dir für den Schluss aufheben willst. Am günstigsten fährst du von Frühjahr bis Frühherbst: Dann verkehren die saisonalen Fähren über das Haff, mit denen sich die Runde abkürzen und variieren lässt, und im Sommerfahrplan fahren auf der Linie Stettin – Goleniów – Wollin – Swinemünde Polregio-Züge, die bis zu 30 Räder mitnehmen. Der Sommer ist zugleich Hochsaison, Fahrradtickets für den Zug kaufst du deshalb besser im Voraus.
Die Route hat keine offizielle Etappeneinteilung; fahren kannst du sie in 2–7 Tagen und praktisch überall starten. Die folgende Einteilung in sieben Abschnitte zwischen den Knotenorten ist ein redaktioneller Vorschlag, keine vom Betreiber vorgegebene Struktur.
Stettin – Modrzewie: Aus der Innenstadt geht es über den aussichtsreichen Radweg der Trasa Zamkowa hinaus (Auffahrt unten, nahe dem Ufer), und hinter dem Stadtteil Dąbie beginnt ein neuer Schotterweg am Ufer des Dammschen Sees. Unterwegs warten Rastplätze am Wasser wie Zakątek Chełszcząca und der Przylądek Czterech Szkieletów („Kap der vier Skelette“), ein Schiffswrack im Schilf vor Lubczyna sowie Yachthafen und Strand in Lubczyna selbst. An der Ina-Mündung lohnt ein Abstecher zum wilden Strand mit Blick auf den „Betonowiec“, ein gesunkenes Stahlbetonschiff, das 1945 in Stettin ausgebombt wurde.
Modrzewie – Wollin: Über Stepnica, ein Fischerdorf aus dem 13. Jahrhundert mit der hölzernen Tawerna Panorama von 1840 und einem Strand mit aus Swinemünde herangeschafftem Sand, strebt die Route den Deichen direkt am Haff zu. In der Nähe liegt das Reservat Olszanka, der Ort mit der größten Dichte an Seeadlerhorsten in Polen. Ab Czarnocin beginnt einer der schönsten Abschnitte der Runde: ein Schotterweg auf den Deichen durch das Natura-2000-Gebiet Odermündung und Stettiner Haff, wo auf den Wiesen wild lebende Konik-Pferde und schottische Highland-Rinder grasen, manchmal direkt auf dem Weg.
Wollin – Swinemünde/Ahlbeck: Wollin, im Frühmittelalter einigen Quellen zufolge eine der größten Städte Europas, erinnert mit dem Freilichtmuseum Zentrum der Slawen und Wikinger an seine einstige Bedeutung. Danach wird das Gelände hügelig: Das Rückseitendelta der Swine überblickst du vom Burgwall aus dem 12. Jahrhundert in Lubin (Eintritt kostenpflichtig) oder kostenlos vom Hügel Zielonka. Hinter dem Türkissee in Wapnica und Misdroy wartet ein 2,5 Kilometer langer Abschnitt am Rand der Düne mit Blick auf Strand und Ostsee; an Ein- und Ausfahrt musst du das Rad ein paar Meter durch den Sand schieben.
Swinemünde/Ahlbeck – Anklam: Swinemünde, die Stadt auf 44 Inseln, lockt mit preußischen Befestigungen, dem höchsten Leuchtturm Polens (68 m) und der Mühlenbake (Stawa Młyny). Die Grenze überquerst du auf einem bequemen Rad- und Fußweg durch den Wald direkt zur Seebrücke von Ahlbeck, einem der Kaiserbäder der Insel Usedom. Weiter passiert die Route das DDR-Museum in Dargen und die Traktoren-Welt, verlässt die Insel über die Zecheriner Klappbrücke von 1931 und führt entlang von Überflutungsflächen mit versunkenem Wald und über einen Steg über die Peene nach Anklam. Die saisonale Fahrradfähre Kamp – Karnin kürzt diese Etappe ab und bringt dich nah an das allein stehende Segment der einstigen Eisenbahnbrücke Berlin – Swinemünde heran.
Anklam – Ueckermünde: In der Hansestadt Anklam wurde der Flugpionier Otto Lilienthal geboren, dem ein interaktives Museum gewidmet ist. Hinter der Stadt steigt die Route auf einen Damm durch den Anklamer Stadtbruch, ein ausgedehntes Moor, das nach dem Hochwasser von 1995 der Natur zurückgegeben wurde und ein wahres Vogelparadies ist; die besten Beobachtungen bietet der Aussichtsturm 2,5 km vor dem Dorf Bugewitz. Nach Ueckermünde gelangst du über schmale unbefestigte Pfade am Strand von Mönkebude vorbei, danach auf Radwegen.
Ueckermünde – Trzebież: Ueckermünde hat eine historische Altstadt mit dem Schloss der Pommerschen Herzöge (heute Haff-Museum), eine vertäute Replik einer mittelalterlichen Kogge und einen Tierpark am Stadtrand, in dem du Tiere füttern darfst. Auf polnischer Seite lohnt ein 3 km langer Abstecher nach Nowe Warpno, eine der westlichsten Städte Polens, mit Fachwerk-Altstadt aus dem 15. Jahrhundert und saisonaler Fähre ins deutsche Altwarp. Weiter passiert die Route die Fachwerkkirche in Warnołęka von 1727 sowie ein Lavendelfeld in Brzózki und erreicht Trzebież.
Trzebież – Stettin: In Trzebież liegt der größte polnische Hafen am Stettiner Haff; der Ort erinnert außerdem an den Kajakfahrer Aleksander Doba, den ersten Menschen, der den Atlantik allein im Kajak überquerte. Über Police, mit den Ruinen des Augustinerklosters aus dem 14. Jahrhundert in Jasienica und den Überresten der deutschen Fabrik für synthetisches Benzin, kehrt die Route auf separaten Radwegen nach Stettin zurück. Zum Finale bleiben die Hakenterrasse (Wały Chrobrego), das Schloss der Pommerschen Herzöge oder die Lastadie (Łasztownia) mit Blick auf die Altstadt.
Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen direkt an der Route oder erfordern nur einen kurzen Abstecher. Die wichtigsten, thematisch gruppiert:
Starten kannst du praktisch an jedem Punkt der Runde. Am bequemsten sind Stettin oder Swinemünde: Beide Städte haben die besten Bahnverbindungen und Langzeitparkplätze. Auf deutscher Seite bieten sich Anklam und Ueckermünde als Startpunkte an.
Direkt an der Route liegen die Bahnhöfe in Stettin (Główny und Dąbie), Goleniów, Wollin, Misdroy und Swinemünde. Die Verbindungen bedienen Polregio, Koleje Zachodniopomorskie und Intercity; die Fahrradmitnahme erfordert ein Zusatzticket, um das du dich im Sommer frühzeitig kümmern solltest. Auf deutscher Seite gibt es Bahnhöfe der Deutschen Bahn im linksufrigen Teil von Swinemünde, in Ahlbeck, Anklam und Ueckermünde (Umstieg in Pasewalk Richtung Stettin, Berlin und Stralsund); DB Regio und UBB bieten Fahrrad-Tageskarten an. Saisonal nehmen auch FlixBus- und PKS-Busse Räder mit; die Mitnahme meldest du beim Ticketkauf an, die Plätze sind stark begrenzt. Wer mit dem Auto anreist, findet Parkplätze u. a. in Stettin, Stepnica, Wollin, Misdroy und Nowe Warpno. Flughäfen liegen bei Goleniów und in Heringsdorf bei Swinemünde.
Die Wasserquerungen machen die Runde flexibel kürzbar und variierbar:
In Stettin selbst nimmst du dein Rad kostenlos im Nahverkehr mit (am bequemsten in der Straßenbahn), und aus Police und Jasienica fahren Stadtbusse, ebenfalls mit kostenloser Fahrradmitnahme.
Die größte Herausforderung sind hier Navigation und Fährlogistik: Die Beschilderung ist stellenweise inkonsequent, die Fähren verkehren saisonal und haben begrenzte Kapazität. Ein GPX-Track, vor der Abfahrt geprüfte Abfahrtszeiten und im Voraus gekaufte Fahrradtickets für den Zug ersparen viel Ärger, besonders in den Ferien.
Ein paar Dinge, die du dir merken solltest:
Der Stettiner Haff-Rundweg schmeckt am besten ohne Eile: Badestellen, Marinas und Aussichtstürme verführen öfter zu Pausen, als der Plan vorsieht, und die Spanne von 2–7 Tagen lässt dir viel Spielraum. Öffne den kompletten Routenverlauf in VeloPlanner und teile ihn im Planer in Abschnitte nach deinem Tempo; die Fähren über das Haff behältst du dir als Sicherheitsventil für Wetterumschwünge oder Planänderungen. Das Wasser hast du hier fast immer auf einer Seite des Lenkers; der Rest liegt bei dir.
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