Keine Internetverbindung verfügbar
Verbindung wird wiederhergestellt
Etwas ist schiefgelaufen!
Bitte habe einen Moment Geduld
Einem ganzen Fluss von der Quelle bis zur Mündung mit dem Rad zu folgen, ist eine seltene Erfahrung, und genau das bietet der EmsRadweg. Die Route folgt der Ems von ihren bescheidenen Anfängen als einer von zwanzig kleinen Senne-Bächen bei Hövelhof im östlichen Westfalen bis zu ihrer breiten Mündung bei Emden an der Nordsee. Auf ihrem Weg durchquert sie zwei Bundesländer, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, und verbindet fünf unterschiedlich geprägte Regionen: Paderborner Land, Kreis Gütersloh, Münsterland, Emsland und Südliches Ostfriesland.
Das Besondere an dieser Strecke ist die allmähliche Verwandlung, die du miterleben kannst. Das Rinnsal, das sich durch Heide und Kiefernwälder schlängelt, wächst zu einem schiffbaren Strom heran, auf dem hochseetaugliche Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft ihre Jungfernfahrt antreten. Wenn du die Deichlandschaften Ostfrieslands erreichst, fährst du neben einem Tidengewässer, dessen Meeresnähe sich schon bemerkbar macht, lange bevor du das Wasser siehst.
Der EmsRadweg ist von Anfang bis Ende durchgehend ausgeschildert und in die regionalen Radwegenetze beider Bundesländer eingebunden. Achte auf das weiße Schild mit dem grünen Doppel-E und der blauen Welle, das markante Einschubzeichen der Route. In Nordrhein-Westfalen ist das umliegende Wegenetz rot-weiß beschildert, in Niedersachsen wechseln die Farben zu Grün-Weiß, doch der EmsRadweg-Einschub bleibt auf der gesamten Strecke gleich.
Kreuzungen sind eindeutig markiert, und zwischen den Entscheidungspunkten tauchen in regelmäßigen Abständen Bestätigungsschilder auf, sodass auch ohne GPS kaum jemand vom Weg abkommt. Zusätzliche Tafeln weisen auf nahegelegene Ortschaften, Sehenswürdigkeiten und Informationsstellen hin, darunter das Ems-Infozentrum am Startpunkt in Hövelhof.
Nahezu jeder Reiseführer und jede Streckenkarte beschreibt den EmsRadweg von Süden nach Norden, dem Fluss von der Quelle bis zur Mündung folgend. Das Gefälle ist so sanft, dass die Höhenlage bei der Wahl keine Rolle spielt, doch der Reiz, an der Nordsee anzukommen, ist für die meisten Grund genug, sich für diese Richtung zu entscheiden. Der Wind wiegt schwerer als die Topografie, und Rückenwind ist in keiner Richtung garantiert.
Die klassische Radsaison reicht vom Frühjahr bis in den Herbst:
Die Route gliedert sich naturgemäß in drei Abschnitte, die den Wandel der Ems entlang ihres Laufs widerspiegeln.
Obere Ems: von der Quelle bis Hanekenfähr. Der Auftakt führt durch die Senne, eine geschützte Landschaft aus Heide, Kiefernwald und Moor, in der die Ems noch ein ruhiger Bach ist. Nach Rietberg und der Fachwerk-Doppelstadt Rheda-Wiedenbrück erreicht der Weg das Pferdeland um Warendorf, streift Münster und führt weiter in die 1.200 Jahre alte Stadt Rheine.
Mittlere Ems: von Hanekenfähr bis Papenburg. Im Emsland teilt sich die Ems bei Lingen kurzzeitig ihren Verlauf mit dem Dortmund-Ems-Kanal und wird zur schiffbaren Wasserstraße. Meppen liegt am Zusammenfluss von Ems, Hase und Kanal und bildet eine eindrucksvolle Landschaft aus Häfen, Wehren und Schleusen. Haren bringt mit seinem Museumshafen und den historischen Schiffen die erste echte maritime Atmosphäre.
Untere Ems: von Papenburg bis zur Nordsee. Hinter der letzten Schleuse bei Herbrum gerät der Fluss unter Tideneinfluss, und mit der einlaufenden Flut kehrt sich seine Strömung sogar um. Papenburg, Deutschlands südlichster Seehafen, ist die Heimat der Meyer Werft, wo gewaltige Kreuzfahrtschiffe ihre ersten Fahrten emsabwärts antreten. Anschließend führt die Strecke durch Leer bis zum Ziel in Emden, wo der genaue Endpunkt durch das in das Pflaster eingelassene EmsRadweg-Logo auf der Landzunge Middelmantje zwischen Außenhafen und Seeschleuse markiert ist, mit Blick auf den Dollart.
Der EmsRadweg verbindet stille Naturschutzgebiete mit alten Marktstädten, aktiven Häfen und Mitmach-Museen. Zu den eindrucksvollsten Stationen gehören:
Viele Radfahrer hängen ein paar Tage auf der ostfriesischen Insel Borkum an, die per Fähre von Emden aus zu erreichen ist. Die Insel bietet einen weitläufigen Sandstrand, ein gut ausgebautes Netz beschilderter Radwege und einen entspannten Abschluss am Meer für alle, die den Fluss gegen die Nordsee tauschen möchten, bevor es nach Hause geht.
Die regionale Küche zieht sich wie ein roter Faden durch den EmsRadweg, und die Speisekarte verändert sich, sobald du vom binnenländischen Westfalen Richtung Ostfriesland fährst. Die ersten Abschnitte durch Senneland und Münsterland sind von deftiger Landküche geprägt, während im Emsland die Häfen Fisch und maritime Gerichte auf die Speisekarten bringen. Spätestens in Emden und an der Nordseeküste wird ein Teller frischer Fisch in einer Hafenkneipe zum stimmigen Abschluss der Tour.
Dank der vielen Städte und Dörfer entlang der Strecke ist es selten ein Problem, abends ein Bett zu finden. Die Auswahl reicht vom Bauernhof bis zum Vier-Sterne-Hotel, und viele Häuser entlang des Weges sind speziell auf Radreisende eingestellt.
Anreise. Die Anreise mit Auto oder Bahn ist unkompliziert. Viele Radfahrer stellen ihr Auto einfach für die Dauer der Tour kostenlos beim ersten Hotel ab. Der Startort Hövelhof verfügt über einen eigenen Bahnhof mit Anbindungen über Paderborn und Bielefeld. Weitere praktische Einstiegspunkte mit Bahnanschluss sind Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Münster, Rheine, Lingen, Meppen, Papenburg, Leer und Emden, sodass du im Grunde an fast jedem Punkt der Strecke starten kannst.
Rückreise. Die Emsland-Linie der WestfalenBahn verkehrt stündlich zwischen Emden und Münster und bietet Mehrzweckabteile, in denen sich Fahrräder problemlos unterbringen lassen. Für die Rückfahrt von Emden nach Hövelhof sind zwei Umstiege nötig; empfohlen wird die Verbindung Emden bis Rheine, Rheine bis Bielefeld und anschließend mit der NordWestBahn zurück nach Hövelhof.
Gepäcktransport. Zwischen April und Oktober bieten verschiedene Anbieter den Gepäcktransport von Hotel zu Hotel an, aufgeteilt in drei Etappen: Hövelhof bis Rheine, Rheine bis Papenburg und Papenburg bis Emden. In der Hochsaison ist eine frühzeitige Buchung empfehlenswert.
Auch wenn der EmsRadweg technisch wenig anspruchsvoll ist, lohnt sich bei einigen Punkten eine gute Planung. Die längeren Etappen im Emsland können für weniger geübte Radfahrer ermüdend sein, weshalb es sich lohnt, eine zusätzliche Übernachtung einzuplanen oder bei Bedarf die parallel verlaufende Bahnstrecke zu nutzen, um eine Etappe zu verkürzen. Der Wind ist die größte Variable auf dieser Strecke, besonders in der offenen Deichlandschaft zwischen Papenburg und Emden, wo es kaum natürlichen Windschutz gibt; viele setzen auf diesen Abschnitten daher auf die Unterstützung eines Pedelecs oder E-Bikes.
Nützliche Angebote unterwegs:
Vor dem Aufbruch lohnt sich ein Blick auf einige betriebliche Hinweise. Die Fähre zwischen Ditzum und Petkum, die für einen Abstecher in das untere Mündungsgebiet genutzt wird, verkehrt aktuell montags und dienstags nicht. Die Friesenbrücke zwischen Weener und Westoverledingen ist für Radfahrer wieder geöffnet, allerdings nur zu eingeschränkten Zeiten, sodass die ursprüngliche Routenführung wiederhergestellt ist.
Der EmsRadweg eignet sich für alle, die eine Fernradtour ohne lange Steigungen suchen, mit verlässlicher Beschilderung, einfacher Logistik und einem echten Gefühl geografischer Veränderung von der Binnenheide bis zum Küstenhafen. Er funktioniert ebenso gut als entspannter einwöchiger Urlaub wie als zügige Bikepacking-Tour über ein langes Wochenende, und die parallel verlaufende Bahnstrecke macht es leicht, eine verkürzte Variante zu planen, falls die Zeit für die komplette Route nicht reicht.
Wenn am Ende noch ein oder zwei Tage übrig bleiben, bietet sich Borkum als natürliche Ergänzung an, mit langem Sandstrand und einem dichten Netz beschilderter Radwege. Wer eine Rundtour durch dieselben Landschaften bevorzugt, statt sie nur zu durchqueren, findet in der Emsland-Route einen kompletten Rundkurs durch die Region.
Wir verwenden Cookies, um die Grundfunktionalität unserer Website sicherzustellen (erforderlich) und dein Erlebnis zu verbessern (optional, für Analysezwecke). Mehr erfahren