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Pommern steckt voller Überraschungen, und das nicht nur auf der Landkarte. Der Küstenstreifen mit seinen Stränden, Steilküsten und Dünen des Słowiński-Nationalparks geht nahtlos in die flachen Żuławy-Niederungen, das Weichseltal mit seinen Mäandern und weiter in die hügelige Kaschubei sowie die ruhigen Landschaften von Kociewie und Powiśle über. Genau diese Vielfalt hat Pommern zu einer der wichtigsten Radregionen Polens gemacht. Für Fernradler liegt die Region ganz natürlich auf dem Weg durch Europa.
Drei EuroVelo-Routen durchqueren die Region, ergänzt durch die Weichsel-Radroute. Das Projekt Pomerania Cycling Trails verbindet sie zu einem zusammenhängenden Routennetz, das die natürlichen, kulturellen und landschaftlichen Vorzüge der gesamten Region miteinander verknüpft.
Die Routen vereinen ganz unterschiedliche Charaktere: von familienfreundlichem Radfahren auf eigens angelegten Küstenwegen bis hin zu gemächlichem Aktivurlaub entlang der Weichseldeiche und durch stille Żuławy-Dörfer.
Das Projekt Pomerania Cycling Trails umfasst den Bau und die Modernisierung von Strecken mit verschiedenen Belägen und Wegetypen. Je nach Abschnitt erwartet dich Folgendes:
Entlang der Routen entstehen schrittweise Radlerraststätten mit Unterständen, Bänken, Tischen, Informationstafeln und Fahrradständern. Einige verfügen auch über Toiletten. Die Architektur dieser Anlagen greift die lokale Kulturlandschaft auf — ob Żuławy, Kaschubei oder Küste.
Die Region baut ihr Netz zertifizierter radlerfreundlicher Anlaufstellen kontinuierlich aus. Informationstafeln und Abschnittskarten sind auf der gesamten Streckenlänge vorhanden, und an den Hauptrouten sind Gastronomie- und Unterkunftsbetriebe auf Radreisende eingestellt. Der Fahrradtransport in der Bahn ist gut ausgebaut — die meisten EuroVelo-Etappen haben Zugang zu Bahnhöfen, sodass flexible Touren ohne Hin- und Rückweg problemlos planbar sind.
Pommerns Flaggschiff-Route verbindet zwei europäische Radwege zu einem einzigen Korridor: den Ostseeküsten-Radweg (EV10) und den Eiserner-Vorhang-Radweg (EV13). Sie verläuft entlang der gesamten Küstenlinie der Region, von der Grenze zur Woiwodschaft Westpommern bis zum Weichseldelta und Elbląg. Das Europäische Solidaritätszentrum in Gdańsk gibt dem Symbol des Falls des Eisernen Vorhangs eine greifbare, lebendige Form und verleiht der Route eine historische Dimension von gesamteuropäischer Bedeutung. Die Verbindung von Küstenlandschaft mit dem ethnischen Erbe der Region, kaschubisch, Żuławy und Kociewie, macht diese Route zu einem der herausragenden Radwege Europas. Die Route ist in sechs Etappen unterteilt und führt durch Ustronie Morskie, Rowy, Łeba, Władysławowo, Puck, Gdynia, Sopot und Gdańsk bis nach Jantar und Nowy Dwór Gdański.
In Pommern folgt die Weichsel-Radroute dem EuroVelo-9-Verlauf und verläuft entlang beider Weichselufer, von Gdańsk und Mikoszewo bis zur Grenze zur Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Das zentrale Thema ist natürlich die „Königin der polnischen Flüsse" — ihre Naturlandschaft, ihr kulturelles Erbe und die Geschichte der Regionen, durch die sie fließt. Ein Großteil der Route verläuft auf asphaltierten Deichkronen, was auf fast dem gesamten Abschnitt einen komfortablen Untergrund und Ausblicke auf den Fluss ermöglicht. Die Route beginnt im Zentrum von Gdańsk am Hauptbahnhof, führt durch die historische Altstadt, die Strände der Insel Sobieszewska und Żuławy-Dörfer, vorbei an der Flussuferpromenade in Tczew und weiter durch Gniew mit seiner gotischen Ordensburg. Am rechten Ufer durchqueren Radfahrende die Żuławy-Landschaft mit ihren charakteristischen Laubengangshäusern und Mennoniten-Relikten; der Abschnitt bei Kwidzyn erschließt historische Schleusen und Flusskanäle. Eine ruhige, ländliche Atmosphäre prägt diesen Abschnitt, die sich deutlich von der belebten Küstenlinie unterscheidet und ihn ideal für gemächliche Aktivreisen macht. Alle Etappen sind gut per Bahn an die Dreistadt angebunden, was eine flexible Reiseplanung erleichtert.
Diese Verbindungsroute entlang der Halbinsel Hel richtet sich an alle, die Küstenlandschaft und das besondere Flair dieser schmalen Landzunge lieben. Sie verbindet den Hauptweg EV10/13 mit der nördlichsten Spitze der polnischen Küste und bietet außergewöhnliche Panoramen — sowohl auf die offene See als auch auf das ruhige Puckbai. Mit guten Bahnverbindungen in Władysławowo und Hel lässt sich daraus eine ideale Tagestour im Rundkurs gestalten.
Der Radweg der Frischen Nehrung führt vom rechten Weichselufer bei Mikoszewo durch Jantar, Kąty Rybackie und Krynica Morska bis zur Grenze mit dem Kaliningrader Gebiet bei Piaski. Auf fast seiner gesamten Länge verläuft der Weg durch die Wälder der Frischen Nehrung, zwischen dem Frischen Haff und der Danziger Bucht, weitab vom Autoverkehr. Die Trennung vom motorisierten Verkehr und das sanfte Geländeprofil machen ihn zu einer der familienfreundlichsten Routen der Region, befahrbar auch mit Kinderanhänger. Besonders eindrucksvoll ist der Abschnitt bei Krynica Morska, wo der Weg direkt der Küstenlinie folgt und einen Panoramablick über die Danziger Bucht freigibt. Die Route endet an der russischen Grenze – mit Schranke, Informationstafel und einem Strand, von dem aus der ins Meer reichende Grenzzaun zu sehen ist.
Lohnenswerte Zwischenstopps sind die Schutzhütte auf dem Deich an der Weichselmündung, die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Stutthof sowie der 2022 eröffnete Durchstich der Frischen Nehrung. Ein praktischer Hinweis für das Ende der Tour: In der Nähe von Piaski verbinden sich Mobiltelefone häufig mit russischen Netzen, was hohe Roamingkosten verursachen kann. Mobile Daten vor Erreichen der Grenzzone zu deaktivieren ist ratsam. Der Radweg trifft bei Mikoszewo auf Velo Baltica (EV10/13) und den Weichselradweg, während von Krynica Morska eine Wassertram nach Tolkmicko und Frombork verkehrt und eine Weiterfahrt auf dem Green Velo Radweg in Richtung Elbląg ermöglicht.
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